Du bist hier: Startseite / Aktuelles / Nachrichten / Nachricht: Stiftung Warentest testet E-Bikes: 9 von 16 Pedelecs fallen 2013 durch

Sportartikel-News/-Pressemitteilung

28.05.2013
E-Bike/Pedelec
Der ausführliche E-Bike-Test erscheint in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test

Stiftung Warentest testet E-Bikes: 9 von 16 Pedelecs fallen 2013 durch

Bremsversagen, Rahmen- und Lenkerbruch, und das bei Fahrrädern, die so viel kosten, wie ein Gebrauchtwagen. Mehr als die Hälfte der getesteten E-Bikes erhielten aufgrund gravierender Mängel die Note "Mangelhaft". Die Stiftung Warentest hat für die Juni-Ausgabe der Zeitschrift test bei 16 Pedelecs zwischen 700 und 2.690 Euro das Fahrverhalten, die Sicherheit und das Antriebssystem überprüft. Das Ergebnis ist enttäuschend.

E-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: Strahlentest: Vier Modelle berschreiten die gesetzlichen GrenzwerteE-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: Reichweitentest: Hier wird geprft, wie lange der Akku hltE-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: TrommelprfstandE-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: Lenkerbruch: Im Test brachen gleich drei LenkerE-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: 9 der 16 getesteten E-Bikes sind mangelhaft

Bei E-Bikes oder Elektrofahrrädern wird der Fahrer durch einen kleinen Motor beim Treten unterstützt. Das kann bei Gegenwind oder Bergfahrten sehr hilfreich sein. In einem Belastungstest über 20.000 Kilometer - das entspricht bei einer angenommenen Lebensdauer der Fahrräder von fünf Jahren einer durchschnittlichen Strecke von elf Kilometern pro Tag - kam es zweimal zum Rahmenbruch und dreimal zum Lenkerbruch. Außerdem wurden bei drei E-Bikes zu schwache Bremsen festgestellt.

Der ausführliche E-Bike-Test erscheint in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 29.05.2013 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/e-bikes abrufbar.

E-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: 9 der 16 getesteten E-Bikes sind mangelhaftBildnachweis: Stiftung Warentest

Brüche an verschiedenen Stellen

Der Rahmenbruch kommt plötzlich. Wenn wie beim 2 690 Euro teuren Flyer C5X Deluxe das sogenannte Ausfall-Ende bricht, sackt das Hinterrad seitlich weg und blockiert. Das passierte im Test schon nach wenigen tausend Kilo­metern Dauer­test, bei dem die Prüfer im Labor 20 000 Kilo­meter Fahrt simulieren. Der Rahmen des Leviatec Demission brach an einer anderen Stelle. Am Rahmen vorne, wo die Vorderradgabel befestigt wird. Bei Rädern mit tiefem Durch­stieg, wie hier im Test, nimmt ein einziges Rahmenrohr alle Belastungen auf. Neuralgische Punkte verstärken die Hersteller zwar mit Blechen und zusätzlichen Rohren. Beim Leviatec ist jedoch ausgerechnet an einer stark belasteten Stelle ein Kabelloch. Und genau dort brach der Rahmen im Test. Noch schlimmer: Bei drei weiteren Rädern brach der Lenker - und das ist richtig gefähr­lich. Wer einen Lenkerbruch während der Fahrt unver­letzt über­steht, kann sich als Artist beim Zirkus bewerben.

E-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: Lenkerbruch: Im Test brachen gleich drei LenkerBildnachweis: Stiftung Warentest

Nur zwei sind gut und drei befriedigend

Der Test zeigt: Nur wenige Räder sind empfehlens­wert. Lediglich zwei Modelle sind gut und drei erreichten zumindest die Note befriedigend. Und nicht nur die Bruchgefahr sorgte für schlechte Noten. Manche Räder sind beim Fahren mit Gepäck instabil oder haben einen Akku, der ewig lang geladen werden muss.

E-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: Reichweitentest: Hier wird geprft, wie lange der Akku hltBildnachweis: Stiftung Warentest

Nach­prüfungen bei allen schlechten Noten

Bei Tests, die zu einem schlechten Qualitäts­urteil führen, prüft die Stiftung Warentest zweimal. Da heißt es dann: Weitere Räder kaufen und noch einmal testen. So haben die Test­ingenieure alle Lenker- und Rahmenbrüche an weiteren Rädern bestätigt. Dabei sind die Prüfungen nicht einmal sonderlich hart. Es finden sogenannte Betriebs­lasten­nach­fahr­versuche statt. Hinter dem sper­rigen Begriff verbirgt sich eine praxis­nahe Unter­suchung: Die Fahr­räder müssen Belastungen aushalten, die im Alltag tatsäch­lich auftreten. Fachleute nennen das Betriebs­lasten. Im Zeitraffer fahren die Räder 20 000 Kilo­meter. Bei einer angenom­menen Lebens­dauer eines Fahr­rads von fünf Jahren entspricht diese Strecke durch­schnitt­lich 11 Kilo­meter pro Tag.

E-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: TrommelprfstandBildnachweis: Stiftung Warentest

Bremsen zu schwach - mangelhaft

Die Bremsen werden abhängig vom zulässigen Gesamt­gewicht geprüft. Wenn ein Rad einschließ­lich Fahrer und Gepäck laut Anbieter 150 Kilogramm auf die Waage bringen darf, müssen die Bremsen imstande sein, solche Lasten zuver­lässig und schnell zum Stehen zu bringen. Die mecha­nischen Seil­zugbremsen (V-Brakes) des Modells Top Velo zum Beispiel können das nicht. Ebenso wenig die Bremsen des Fischer, obwohl hier 20 Kilo weniger Zuladung erlaubt ist.

E-Bikes stören Funk von Polizei und Rettungs­diensten

Bei vier E-Bikes, auch Pedelecs genannt, stellten die Tester Mängel in der elektrischen Sicherheit fest: Die Modelle von Fischer, Kalkhoff, Pegasus und Raleigh arbeiten bestens als Störsender. Der elektrische Antrieb samt Fahr­radrahmen funk­tioniert wohl als Antenne und sendet elektromagnetischen Schmutz. Der kann den Funk­verkehr von Rettungs­diensten, der Feuerwehr und der Polizei den Empfang im Umkreis von bis zu 100 Metern massiv stören - bis hin zum Total­ausfall. Radio- und Fernseh­empfang bleiben ebenfalls auf der Strecke. Stellt die Bundes­netz­agentur solche Ausstrah­lungen fest, riskieren die Geräteanbieter die Auflage zum Rück­ruf. Solche Produkte dürfen nicht verkauft werden.

E-Bike Test der Stiftung Warentest 2013: Strahlentest: Vier Modelle berschreiten die gesetzlichen GrenzwerteBildnachweis: Stiftung Warentest

Stiftung Warentest testet E-Bikes: 9 von 16 Pedelecs fallen 2013 durch als PDF-Datei

Weitere Nachrichten von Stiftung Warentest

Stiftung Warentest Ausgabe 07/2020: Fitnesstracker - Wer misst, misst Mist
26.06.2020
Von 25 geprüften Fitnesstrackern liefern nur zwei Smartwatches stimmige Werte. Vor allem die getesteten Fitnessarmbänder messen Puls, Kalorienverbrauch und zurückgelegte Strecke sehr ungenau. Abweichungen ... mehr
Stiftung Warentest Ausgabe 06/2020: E-Bikes - Nur 4 von 12 schaffen ein Gut
27.05.2020
Gleich mehrere Pedelecs mit tiefem Einstieg enttäuschen im Test mit Rahmenrissen oder Problemen bei der Brandsicherheit, etwa bei einem Kurz­schluss der elektrischen Kontakte, an den Stecker­gehäusen ... mehr
Trekking-E-Bikes: Nur wenige mit sicher­heits­relevanten Problemen
27.05.2018
Die gute Nach­richt vorweg: Trotz anstrengendem Praxis­test und harten Prüfungen im Labor sind viele Trekking-E-Bikes gut. Nur vier Räder wiesen nach den Dauer­tests Anrisse im Rahmen oder an Anbau­teilen ... mehr
Fitnessarmbänder, Laufuhren und Smartwatches im Test: Gut ist nur ein Produkt
23.11.2017
Fitnessarmbänder, Laufuhren und Smartwatches (kurz: Wearables) messen den Puls, erfassen Schritte und Laufgeschwindigkeit. Mit manchen kann man Musik hören und E-Mails checken: hochmodern, aber leider ... mehr
Ski- und Snowboardhelme im Test der Stiftung Warentest: Gute Modelle ab 90 Euro
23.11.2016
Gute Ski- und Snowboardhelme gibt es ab 90 Euro, einen Testsieger für rund 100 Euro. Das zeigt der Test der Stiftung Warentest, der in der Dezember-Ausgabe von test und unter www.test.de/skihelme veröffentlicht ... mehr